Das Büz, was ist das?
Was ist bei uns los?
Kommunikationszentrum und Vereinsheim.
Das Experiment der Schufabrik hat gezeigt. daß auch für kleinere Städte ein Kommunikationszentrum sinnvoll ist. Unser Anspruch war es und er ist es geblieben, ein Haus für alle, die es nutzen wollen, zu schaffen. Ohne Alterbegrenzungen, ohne nationale oder religiöse Begrenzungen. NUR Neofaschisten und Volksverhetzer wollen wir heute wie damals nicht.
Zahllosen Initiativen und Vereinen konnten wir in der vergangenen Zeit Räume kostenlos zur Verfügung stellen, und dies an allen Wochentagen, ohne Ferien. Vom Gruppenraum für fünfzehn Leute über einen Tagungs- und Arbeitsraum für ca. 40 Personen bis zum Saal mit einer Kapazität von 250 Personen (unbestuhlt), von der internen bis zur öffentlichen Veranstaltung, vom Meditationskreis bis zur Info-Disco reichen die Nutzungsmöglichkeiten und diese werden rege genutzt. An manchen Abenden platzt das Haus aus allen Nähten.
Soziale Vernetzung und Bildungsarbeit
Für die Schuhfabrik ist ein wichtiger Aspekt die soziale und politische Arbeit, die Verbindungen schafft und Menschen bei ihrem Anliegen unterstützt mit ihren Problemen selbstbestimmt fertig zu werden. Eine engagierte Mitarbeit in den verschiedensten Arbeitskreisen auf kommunaler und überregionaler Ebene ist für uns selbstverständlich. Gemeinsam lernen, das Gegebene hinterfragen und Alternativen entwickeln ist ein Ziel der Schuhfabrik, das mit den von uns initiierten Gruppen und bei den zahlreichen Projekten verfolgt wird. In den letzten Jahren wird der gesellschaftliche Trend in Richtung einer Privatisierung und Entpolitisierung der Menschen größer. Einige unserer Ansätze sind im Sande verlaufen, denn ein soziokulturelles Zentrum leidet unter dem Rückzug ins Private. Dennoch und gerade deshalb setzt die Schuhfabrik immer wieder Impulse und initiiert Projekte, um Menschen mit künstlerischen und kulturellen Formen in eine Auseinandersetzung mit der Gesellschaft zu bringen.Nicht nur eine Stadt wie Ahlen, in der Menschen unter dem Strukturwandel und allgemeinen gesellschaftlichen Krisen leiden, braucht ein soziokulturelles Zentrum.
Trägerverein
Der Verein Initiative Bürgerzentrum Schuhfabrik e.V. besteht seit 1984 und ist gemeinnützig. Spenden zur Unterstützung der Arbeit sind steuerlich absetzbar. Zur Zeit gehören dem Verein 210 Mitglieder an, die durch einen 13köpfigen Vorstand, der regelmäßig und ehrenamtlich im Abstand von 14 Tagen tagt, vertreten wird. Der Vorstand regelt gemeinsam mit der Geschäftsführung die Aktivitäten des Vereins. Der Verein beschäftigt 10 fest angestellte MitarbeiterInnen, ca. 20 Aushilfskräfte, sowie weitere ca. 10 auf Honorarbasis tätige MitarbeiterInnen.
Gastronomie
Die Gastronomie ist außer Sonntags täglich von 11 bis 1 Uhr geöffnet. Sie ist Herzstück des Hauses und Kommunikationspunkt für Alt und Jung. Es gibt generell keinen Verzehrzwang. Die Räumlichkeiten der Schuhfabrik sind seit Mitte 2008 rauchfrei und die Gastronomie verfügt über ein kleines Raucherzimmer. Die Gastronomie bietet im Rahmen eines gut besuchten Mittagstisch täglich wechselnde Gericht. Ein tägliches vegetarisches Gericht gehört zum Standard. Darüber hinaus versorgt die Schuhfabrik zahlreiche Kindergärten und Schulen mit einem gesunden Mittagessen.
Gruppenräume
Die Schuhfabrik stellt den unterschiedlichen Gruppen Räume zur Verfügung stellt. Regelmäßig treffen sich im Haus: Terz-Chor in der Schuhfabrik, Volkschor, ZWAR Gruppe (zwischen Alter und Ruhestand), Seniorentheatergruppe, Schachverein und Schach für Kinder, Sprachvertiefungskurs für Migranten, viele Parteien und politische Gruppierungen, Tangokurse und Dudelsackspieler offener Jonglagetreff und viele weitere.
Flüchtlingshilfe
Seit 1995 betreibt der Verein eine Flüchtlingsberatungsstelle. Neben regelmäßigen Beratungszeiten im Haus finden zahlreiche Begleitungen zu Behörden etc. und Betreuungen vor Ort statt. Die Zusammenarbeit mit der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe Ahlen und dem Kreisflüchtlingsrat Warendorf ist dabei unerlässlich. Seit 2006 gibt es keine öffentlichen Fördergelder mehr und die Arbeit wird ausschließlich aus Spendengeldern finanziert. .
Jugendarbeit
Durch regelmäßige Jugendkonzerte und die Betreuung der regionalen Rockszene ist die Schuhfabrik gerade als Kommunikationspunkt bei jungen Besuchern sehr beliebt. Der Besucheranteil der unter 25jährigen BesucherInnen beträgt ca. 60%. Die Räume der Gastronomie stellen den offenen Bereich des Bürgerzentrums dar und werden von vielen Jugendlichen genutzt. Hier gibt es keinen Verzehrzwang, hier kann man sich unterhalten, spielen, Hausaufgaben machen. Damit deckt die Schuhfabrik eine Funktion in der offenen Jugendarbeit für den Stadteil ab. Hierbei sind Jugendliche Gäste wie alle anderen und nicht Objekt pädagogischer Betreuung. Darüber hinaus gibt es mit der Rockmusik-Reihe ein kulturelles Angebot, das sich vorrangig an jüngere Menschen im Alter zwischen 16 und 30 Jahren richtet. Diese Zielgruppe sind Jugendliche im Sinne des KJHG, allerdings erheblich älter als die BesucherInnen in den klassischen Jugendzentren. Neben den wöchentlichen Jonglagetreffen bietet die Schuhfabrik regelmäßige Jugendkulturprojekte in den Bereichen Musik, Theater und bildende Kunst. Theateraufführungen in Kooperation mit Schulen und Infoabende zu Fachthemen ergänzen die Arbeit in diesem Feld.
Kulturförderung
Im Durchschnitt finden in der Schuhfabrik jährlich über 100 Veranstaltungen statt. Von der Seniorentheateraufführung, über Kinderklüngelmärkte bis hin zu Rockkonzerten und Theateraufführungen. Einen wesentlichen Schwerpunkt bildet dabei die Nachwuchsförderung. Eine lebendige, kulturelle Szene braucht gute Rahmenbedingungen:
- Kunst- und Kulturveranstaltungen auf hohem, professionellem Niveau
- Bereitschaft zur formalen und thematischen Innovation
- Rezensionen auf angemessenen Niveau
- Menschen, die selbst etwas tun wollen, die sich als Amateure und dennoch ernsthaft mit Kunst auseinandersetzen.
Die Bereitschaft kulturell aktiv zu werden und sich zu qualifizieren, ist bei vielen Menschen vorhanden. Die Schuhfabrik bemüht sich durch die Gestellung von Räumen, personeller Unterstützung und Beratung bei der Beschaffung von finanziellen Mitteln die Eigentätigkeit der Menschen zu fördern.
Das Bürgerzentrum nimmt, was die Menge der Veranstaltungen angeht, sicher eine Spitzenrolle in Ahlen ein. Darauf bilden wir uns nichts ein, Quantität sagt nicht viel aus. Aber auf die Bandbreite der Veranstaltungen sind wir stolz.
- Jugendkultur (Rock)
- Weltmusik
- Originalton – unplugged Konzerte
- Comedy und Entertainment
- Kneipenkultur (Blues und Folk)
- Amateurtheater
- Kabarett
- Fernweh-Reihe und Open Air Kino
- Vorträge und Infoabende
- Ausstellungen
Zahlreiche Discoveranstaltungen von Faltenwurf (Ü30) bis TüF (Tanz über Fünfzig), von der Tango Nachtschicht bis zur 90iger Mottoparty
Und alles Spannende, zu dem wir spontan “Ja” sagen und damit das nächste Experiment wagen
Ideen- und Projektwerkstatt
Zur Schuhfabrik gehört von Beginn an eine intensive Projektarbeit. Konkret bedeutet dies mit begrenzten finanziellen Mitteln für einen befristeten Zeitraum ein Angebot zu installieren. Manches Mal gelingt sogar über den Förderzeitraum hinaus eine Verstetigung des Angebotes. Beispiele aus den letzten Jahren sind: Handicap -ein kultureller Zusammenschluss für Menschen mit Behinderungen; Netzwerk Amateurtheater - Vernetzung der Theaterszene im Kreis Warendorf; Weltstadt Ahlen -eine Veranstaltungsreihe zur Auseinandersetzung und zum Kennenlernen von Kulturen; Blickwechsel -ein Stadtrundgang mit kulturellen Einschüben durch 50 Amateurschauspieler, -tänzer und –musiker, Haut – ein interdisziplinäres Kunstprojekt, zeit-los – ein Ausstellungsprojekt über das Alter, Krise-quer denken, schräg handeln.
Und sonst?
Die Ableistung von Sozialstunden ist möglich und die Begleitung dieser Menschen geschieht in unserem Haus. Dabei arbeiten wir mit der Gerichtshilfe bei der Staatsanwaltschaft Münster, ebenso wie mit der Bewährungshilfe in den Amtsgerichtsbezirken Ahlen und Beckum gut und kontinuierlich seit über 10 Jahren zusammen.









