IM CINEMA AHLEN: „Wenn wir erst tanzen“ – Ein anderer Blick auf eine sächsische Stadt!

Die AfD bildet seit der letzten Kommunalwahl in Hoyerswerda die stärkste Fraktion. Das entsetzt viele Menschen. Wahr ist aber auch, dass dort wunderbare Menschen leben, die mit Begeisterung für Kultur und Gemeinschaft dieser Stadt ein anderes Gesicht geben wollen. Seit fast 20 Jahren besteht ein intensiver Austausch zwischen der Kulturfabrik Hoyerswerda und dem Bürgerzentrum Schuhfabrik Ahlen. In dieser Zeit sind zahlreiche Projekte gemeinsam umgesetzt worden. Im Rahmen der politisch-kulturellen Wochen ist eine kleine Delegation aus Hoyerswerda nach Ahlen eingeladen.

Am Freitag, 7. Februar 2020 um 19 Uhr sind alle Interessierten herzlich zur Filmpräsentation „Wenn wir erst tanzen“ von Dirk Lienig, Dirk Heth & Olaf Winkler in das Cinema Ahlen eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Hoyerswerda war einst ein bedeutsamer Industriestandort, der mittlerweile als Sinnbild für Arbeitslosigkeit, Abwanderung, Ausländerhass und Untergang steht. Das Heimatgefühl der Dagebliebenen ist Schamgefühlen gewichen.

Dirk Lienig, ehemaliger Bühnentänzer, kehrt nach 20 Jahren in seine sächsische Heimatstadt Hoyerswerda und zur Kulturfabrik Hoyerswerda zurück und gründet eine Tanzcompanie. Als Lienig im Jahr 2018 mit dieser Tanzcompagnie aus 70 Laientänzern*innen den Tanzklassiker „Le sacre de printemps“ probt, entfaltet das Projekt ungewöhnliche Veränderungsenergien innerhalb der Compagnie.

Der Film begleitet den Ballett- und einstiger Solotänzer, Choreograf und Regisseur, in einem persönlichen Protokoll beim Aufbau der Tanzcompagnie und im Probenprozess. Beim Tanzen öffnen sich Menschen, die ihren Platz in der Gesellschaft neu bestimmen müssen – in einer Region, deren Wandel sich bislang kaum positiv bemerkbar macht. Eine Architektin, die heute den Rückbau plant. Ein Fernfahrer, der immer unterwegs war und nun ankommen muss. Eine wissenschaftliche Angestellte im ungeliebten Job. Eine Ergotherapeutin, die unter dem Druck einer zunehmend sozial schwachen Klientel leidet. Eine Ärztin, die fast nur noch Rentner behandelt … Neu anfangen oder auf Sicherheit setzen? Weggehen oder bleiben und hoffen, dass der Aufschwung doch noch kommt? Am Ende erfinden sie sich und ihre Stadt zur kraftvollen Musik von Strawinsky auf mitreißende Art neu.

Über diese Veränderungen und das Klima in der sächsischen Stadt sprechen im Anschluss an den Film langjährigen Mitglieder der Kulturfabrik Hoyerswerda, sowie Mitwirkende an dem Tanz- bzw. Filmprojekt. Weitere ausführliche Informationen dazu gibt es im Netz unter https://wwet-film.de/.

Gefördert durch die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur NRW  im Rahmen des Projektes „30 Jahre Deutsche Einheit – immer noch Ost-und Westdeutschland“.

Wann: 7. Februar 2020

Uhrzeit: 19.00 Uhr

Wo: Cinema Ahlen

Eintritt: Eintritt frei!

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